JBS Anne Frank

Kooperation mit der JBS Anne Frank in Frankfurt/Main

In Kooperation mit der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V. in Frankfurt am Main findet im WS 09/10 und im Sommersemester 2010 ein Studien und Praxisprojekt zum Thema „Dritte Generation? Zwischen Erinnerung, Verantwortung, Schuld und Abwehr“ statt.

Die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank ist ein Lernort, an dem Jugendliche und Erwachsene der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocausts begegnen. Primärer Bezugspunkt der päda-gogischen Arbeit bildet das Tagebuch und die Biographie von Anne Frank, die exemplarisch für die Verfolgung und Vernichtung aller Menschen stehen sollen, die in der Zeit des Nationalsozialismus Opfer von Ausgrenzung, Antisemitismus und Diskriminierung wurden. Unter der Annahme, dass je-der Blick auf die Vergangenheit ein Gegenwärtiger ist, gilt es das Engagement für die Achtung der Menschenrechte und die Verständigung über den Umgang mit Differenzen zwischen Menschen verschiedener Herkunft und Lebensweisen, in den Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit zu setzen. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, versucht die Jugendbegegnungsstätte mit diesem auf die Gegenwart verwiesenen Ansatz sowohl der Generationenfrage als auch den Herausforderungen einer pluralen Gesellschaft zu begegnen.

Vereint findet sich das pädagogische Konzept in Form eines Thematischen Dreiecks, das die unterschiedlichen Zugänge und die Themenvielfalt zu kennzeichnen sucht:

Historisches Lernen:
„Sich mit der Geschichte auseinandersetzen – auch um die Gegenwart besser zu verstehen. Sich erinnern, der Ermordeten gedenken. Geschichtsbilder und nationale Mythen kritisch hinterfragen. Nach der Bedeutung von Geschichte für die Gegenwart fragen.“

Begegnung:
„Von einander lernen. Unterschiede ertragen und schätzen lernen. Brücken schlagen zwischen Menschen, die sich fremd sind. Herausforderung der Einwanderungsgesellschaft als Bereicherung und Ansporn zu mehr Solidarität begreifen. Sprachlosigkeit zwischen den Generationen überwinden.“

Menschenrechte:
„Grundhaltung und Kompetenzen vermitteln, um für eine humane Gesellschaft einzutreten. Die Anerkennung der Anderen, die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und den Mut zur Zivilcourage fördern. Konfliktfähigkeit entwickeln und den Willen, sich für Menschen und Minderheiten einzusetzen, de-nen Ungerechtigkeit wiederfährt“ (Jugendbegegnungsstätte Anne Frank. Broschüre: „zivile Kräfte stärken“, Oktober 2006).

Die einzelnen Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit stehen dabei in einem Spannungsfeld, die in verschiedenen Projekten eine Verbindung von unterschiedlicher Gewichtung erfahren. Neben der multimedialen Dauerausstellung „Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland“, umfassen die Bildungsangebote der Jugendbegegnungsstätte Projekttage und Workshops für Jugendliche, sowie Fortbildungen für Multiplikator/innen zu den Themen Nationalsozialismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Mediation und Konfliktmanagement, Einwanderungsgesellschaft, Zivilcourage und Menschenrechte.

Ansprechpartnerin für das Studien- und Praxisprojekt ist Bärbel Kühner M.A.