Praxisphase II im MINTplus-Studiengang (seit WiSe2017/18)

Praxisphase II im MINTplus-Studiengang (seit WiSe2017/18)

Das Projekt „MINTplus: systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung“ der TU Darmstadt wird im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ gefördert.

Im Rahmen des dort angesiedelten Teilprojekts „Gestufte Praxisphasen“ wurde am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik in enger konzeptioneller Zusammenarbeit mit der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle und dem Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) die neue Praxisphase II konzipiert. Eingeschoben zwischen den Praxisphase I und II (ehemals Schulpraktischen Studien I & II) ermöglicht sie den Studierenden den Brückenschlag von der Theorie zur Praxis. Die Struktur des Moduls generiert sich aus den gesammelten Erfahrungen des WP9 aus KIVA und der Prozessbegleitung am Institut und wurde auf Basis aktueller professions- und bildungstheoretischen Ansätze konzipiert

Basisseminar

Um die Studierenden in ihren spezifischen Einsatzgebieten handlungsfähig zu machen, erfolgt zunächst im Basisseminar eine grundlegende Auseinandersetzung und Analyse didaktischer und professionstheoretischer Modelle zur Planung sowie Kommunikationstheorie und Gruppentheorie zur Gestaltung von Lehr-Lernprozessen. Das Wissen um pädagogische Theorien und deren Anwendung auf die eigene Praxis zielt dabei auch die Sensibilisierung für Gender und Diversity als Querschnittsthema ab.

Die subjektiven Vorstellungen von guter Lehre sollen vor der Folie der theoretischen Modelle aufgearbeitet werden, um eine Bewusstseinsschaffung über die Zusammenhänge zwischen den individuellen Vorstellungen von Unterricht und den darauf aufbauenden Begründungen und Handlungen in der eigenen Lehre zu ermöglichen. Die theoretischen Perspektiven sollen den Studierenden breitere Blickwinkel und alternative Handlungsspielräume für ihre zukünftige Praxis eröffnen.

Vertiefung

Die Vertiefungen dienen der fachspezifischen Vorbereitung auf die Tätigkeit im jeweiligen Einsatzbereich als Fachtutor*in in den Lehramtsfächern, als Mentor*in für Lehramts-Erstsemester oder als Teambegleiter*in in den Projekten der Studieneingangsphase. Konzeption und Durchführung findet in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit Akteur*innen am jeweiligen Einsatzort statt.

Reflexionseminar

Das Reflexionsseminar läuft als Begleitformat parallel zum Einsatz in der universitären Lehr-und Lernpraxis. Durch die Analyse des eigenen Lehrhandelns entlang intensiver Fallarbeit soll das Bewusstsein für die eigenen Begründungsformen in der Handlung geschärft werden. Die Aufarbeitung der eigenen Biografie, der eigenen Person als Lehrperson, die Verortung in den (nun auch selbst und bewusst erlebten) Spannungsfeldern der eigenen Praxis sowie die Setzung von Entwicklungsperspektiven für die zukünftige Praxis stehen hier im Vordergrund. Der Rückgriff auf theoretische Modelle (didaktisch, psychologisch etc.) soll die Fallhaftigkeit jeder Lehr-Lern-Situation verdeutlichen und den Studierenden breitere Handlungsspielräume ermöglichen und so die Entwicklung des professionellen (Lehr-)Handelns ermöglichen.