Tutorielle Arbeit

Tutorielle Arbeit

Entsprechend dem Lehrprofil der TU Darmstadt vereint die Tutorielle Arbeit am Praxislabor die Schwerpunkte forschungsbezogene Lehre, Gender- und Diversitätssensibilität, Interdisziplinarität und Internationalisierung. So fußt die Tutorielle Arbeit am Praxislabor auf wissenschaftlichen Arbeiten – unter anderem bezüglich Tutorieller Lehre, Professionalisierungskonzepten und Didaktik. Weiterhin werden bei der Qualifizierung und Praxisbegleitung von studentischen Tutor*innen die Querschnittsthemen Gender- und Diversität unter anderem in aktuellen Projekten am Praxislabor fokussiert – sowohl in Bezug auf Kooperationspartner*innen als auch auf deren Tutor*innen. Durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Instituten, Fachbereichen sowie zentralen Einrichtungen der TU Darmstadt, beispielsweise im Rahmen des zQSL Projekt Lernen durch Lehren V, gestaltet sich insbesondere die gemeinsame Konzeptentwicklung sowie -erweiterung Tutorieller Lehre interdisziplinär. Dem Internationalisierungskonzept der TU Darmstadt trägt unter anderem die Kooperation mit TUtor International im Rahmen von KI²VA Schwerpunkt Tutorielle Lehre Rechnung.

Zur Qualitätssteigerung der Lehre durch eine stärkere Orientierung an den Lernenden sollen die Studierenden entsprechend dieser Grundsätze zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Studieren angeregt werden. Vor allem studentisch geleitete Tutorien bieten als intensive Form von Kleingruppenarbeit die Chance, ein gemeinsames Lernen auf Augenhöhe zu ermöglichen. Insbesondere in der Studieneingangsphase profitieren die Studierenden von der Begleitung durch Studierende in höheren Semestern, nicht nur in Bezug auf das Verständnis der Fachinhalte, sondern auch in Bezug auf die Aneignung einer wissenschaftlichen Arbeitsweise und der Orientierung in der eigenen Disziplin sowie an der Universität.

Das Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik kann insbesondere durch das Tutorium der pädagogischen Begriffsbildung auf eine lange Geschichte von Tutorienarbeit zurückblicken. Das aktuelle Konzept zur Qualifizierung und Begleitung der Tutoriellen Lehre knüpft an diesen Erfahrungen an.

Um die studentischen Tutor*innen bestmöglich auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten, braucht es ein ausgefeiltes Qualifizierungskonzept, um ihnen einen professionellen Umgang mit den auf sie zukommenden Herausforderungen zu ermöglichen. Um dies zu erreichen wird die vom Praxislabor angestrebte Qualifizierung nicht nach einem Workshop beendet, sondern als fortlaufender Prozess verstanden. Aus dieser Perspektive heraus untergliedert sich das Qualifizierungskonzept in vier Stufen: Konzeption, Bedarfsorientierte Vorbereitung, Praxisbegleitung und Reflexion. Die Qualifizierung erfolgt lernenden- und bedarfsorientiert an den Spezifika der jeweiligen Fachdisziplinen in enger Abstimmung mit den beteiligten Akteur*innen.

Zu den Aufgaben während der Konzeptions- und Organisationsphase gehören beispielsweise das Akquirieren von Tutor*innen, die Konzeption neuer und die Weiterentwicklung bestehender Konzepte Tutorieller Lehre sowie die Begleitung der mit der Tutoriellen Lehre betrauten Akteur*innen.

Im Rahmen der bedarfsorientierten Vorbereitungsformate werden die Tutor*innen lernendenorientiert qualifiziert und auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

Für die Tutorielle Arbeit ist zudem ein Möglichkeitsraum zur Reflexion der eigenen Lehr-Lernerfahrungen unabdingbar. Eine stetige Praxisbegleitung mit strukturiert angeleiteter Reflexion bietet die Möglichkeit, Herausforderungen oder aufgetretene Probleme in den Tutorien unmittelbar zu besprechen und durch kollegiale Unterstützung Erfahrungen zu teilen sowie vielseitige Lösungsansätze zu diskutieren. Daher bietet das Praxislabor für die sich unterscheidenden Zielgruppen bedarfsorientierte Prozessbegleitungen an:

  • Durch Hospitationen von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Praxislabors in den Tutorien erhalten die Tutor*innen unmittelbar konstruktives, praxisorientiertes und individuelles Feedback.
  • Regelmäßige Begleittreffen regen den Austausch zwischen den Tutor*innen an und ermöglichen die gemeinsame, lösungsorientierte Auseinandersetzung mit eigener und fremder Praxis.
  • Reguläre Reflexionsseminare bieten vor allem Studierenden genuin pädagogischer Disziplin Raum zur vertieften theoretischen Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis, um den individuellen Professionalisierungsprozess anzustoßen.

Ergänzend zur den Reflexionsanstößen im Rahmen der Praxisbegleitung werden mit räumlicher und zeitlicher Distanz abschließende Reflexionsformate (bspw. Reflexionswochenenden) angeboten.

Das Konzept zur Tutor*innenqualifizierung und -begleitung durch das Praxislabor des Instituts für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik wurde mit dem Athene Preis für Gute Lehre der Carlo und Karin Giersch-Stiftung an der TU Darmstadt ausgezeichnet.