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Gender-MINT: Verbesserung der Unterrichtsqualität in den MINT-Fächern

Athene Preis für gute Lehre 2014. Prämiert wurden Olga Zitzelsberger, Florian Cristobal Klenk und Christine Winkler.
Athene Preis für gute Lehre 2014. Prämiert wurden Olga Zitzelsberger, Florian Cristobal Klenk und Christine Winkler.

Projektbeschreibung

Das Projekt Gender-MINT ist seit 2010 am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik (Arbeitsbereich Praxislabor) der TU Darmstadt angesiedelt und wird aus Mitteln zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre (QSL) finanziert. Innerhalb des Projektes wird die Konzeption, Durchführung und Reflexion gender- und differenzreflektierender Lehrveranstaltungen fokussiert. Ziel ist es, Studierende des Lehramts an Gymnasien und des Lehramts an beruflichen Schulen für die mit der Kategorie Geschlecht einhergehenden Bildungsherausforderungen in Schule und (MINT-)Unterricht (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu sensibilisieren und sie bei der Entwicklung eines kritisch-dekonstruktiven (Hartmann 2013) Professionsverständnisses zu unterstützen.

Im Projekt wird davon ausgegangen, dass strukturelle und institutionelle Gegebenheiten ebenso wie pädagogische Diskurse und Handlungsansätze, die immer noch weitgehend explizit und implizit auf heteronormativen Normen basieren, auf mehreren Ebenen an der (Re-)Produktion bestehender Macht- und Ungleichheitsverhältnisse beteiligt sind. Dem folgend werden angehende Lehrer_innen dahingehend qualifiziert, dass sie geschlechterstereotype Anrufungen und Zuschreibungen reflektieren und eine kritische Perspektive auf jene gesellschaftliche und pädagogischen Bedingungen entwickeln, die sich negativ auf die geschlechtliche Identitätsbildung sowie die Studien- und Berufswahlentscheidungen junger Menschen auswirken.

Ziel der aktuellen Projektphase (III) ist eine Verstetigung des Gender-MINT Projektes sowie die Implementierung der Lehrveranstaltungen in das reguläre Studienprogramm für Lehramtsstudierende. Dies soll zur dauerhaften Verbesserung der Studienqualität, zur Entwicklung eines geschlechterreflektierten Lehr-Lern-Klimas sowie zu einer Erhöhung der Anzahl weiblich sozialisierter Studierender in den MINT-Studienfächern beitragen.

  • Hartmann, Jutta (2013): Bildung als kritisch-dekonstruktives Projekt. Pädagogische Ansprüche und queere Einsprüche. In: Hünersdorf, Bettina/Hartmann, Jutta (Hrsg.): Was ist und wozu betreiben wir Kritik in der Sozialen Arbeit? Wiesbaden: Springer VS.: 255-280